Das Hotel Adlon in Berlin gehört zu den bekanntesten Hotelimmobilien Deutschlands. Nun steht die Immobilie vor einem möglichen Verkauf. Das Adlon ist Bestandteil des geschlossenen Immobilienfonds Fundus-Fonds 31, an dem rund 4.000 Anleger beteiligt sind. Die Anleger sollen über die geplante Liquidation des Fonds und den Verkauf der Immobilie entscheiden. Vorgesehen ist ein Mindestverkaufspreis von 280 Millionen Euro. Bei Zustimmung soll anschließend ein strukturiertes Bieterverfahren durchgeführt werden.

Hoher Bodenrichtwert am Pariser Platz

Die Lage des Hotels ist außergewöhnlich. Der Berliner Gutachterausschuss weist für den Pariser Platz zum 1. Januar 2025 einen Bodenrichtwert von 60.000 Euro je Quadratmeter aus. Der Bodenrichtwert bezieht sich auf kerngebietstypische Nutzung und eine gebietstypische Geschossflächenzahl von 4,5.

Die Grundstücksfläche des Adlon wird mit rund 8.044 Quadratmetern angegeben. Rein rechnerisch entspricht der Bodenrichtwert damit einem Betrag von rund 483 Millionen Euro. Dieser Wert darf allerdings nicht mit dem tatsächlichen Verkehrswert des Grundstücks gleichgesetzt werden. Bodenrichtwerte sind Durchschnittswerte für bestimmte Bodenrichtwertzonen und berücksichtigen nicht sämtliche Besonderheiten eines einzelnen Grundstücks.

Was bleibt nach dem Verkauf für die Anleger?

Für die Anleger ist vor allem entscheidend, was nach dem Verkauf tatsächlich zur Verteilung zur Verfügung steht.

Der Fundus-Fonds 31 wurde ursprünglich unter anderem mit Fremdkapital finanziert. Nach aktuellen Angaben sollen von dem zusätzlich aufgenommenen Fremdkapital noch rund 114,5 Millionen Euro bestehen. Bei einem Verkaufspreis von 280 Millionen Euro würden daher nicht 280 Millionen Euro an die Anleger ausgeschüttet. Zunächst müssen unter anderem die bestehenden Finanzierungen sowie die weiteren Kosten und Verbindlichkeiten des Fonds berücksichtigt werden.

Das bedeutet aber auch: Der Verkaufserlös würde nicht vollständig an das Fremdkapital gehen. Bei einem Verkauf für 280 Millionen Euro und rund 110 Millionen Euro verbleibendem Fremdkapital wären zunächst rund 170 Millionen Euro vor weiteren Kosten und Abgaben vorhanden. Ob und in welcher Höhe dieser Betrag letztlich an die Anleger ausgeschüttet werden kann, hängt von der vollständigen Abrechnung des Fonds ab.

Hinzu kommt, dass die Anleger in den vergangenen Jahren bereits Ausschüttungen bzw. Kapitalrückzahlungen erhalten haben. Nach aktuellen Berichten könnte ein Verkauf oberhalb des Mindestpreises zu weiteren Rückflüssen an die Anleger führen. Ab einem Verkaufserlös von 310 Millionen Euro soll zudem eine Erfolgsprämienregelung greifen.

Für Anleger lohnt sich ein genauer Blick

Der geplante Verkauf des Hotel Adlon ist für die Anleger des Fundus-Fonds 31 eine wichtige Entscheidung. Gerade bei einer Liquidation sollte nicht nur der Verkaufspreis betrachtet werden. Entscheidend ist vielmehr, welcher Betrag nach Ablösung des Fremdkapitals, Steuern, Kosten und sonstigen Verpflichtungen tatsächlich an die einzelnen Anleger ausgeschüttet werden kann.

Anleger, die ihre Beteiligung bereits vor der Liquidation verkaufen möchten oder Fragen zu ihren Rechten im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf haben, sollten die wirtschaftliche und rechtliche Situation ihrer Beteiligung individuell prüfen lassen.

Wenn Sie Anteile an einem Fonds besitzen und Fragen dazu haben oder einen Fonds geerbt haben, schreiben Sie uns gerne an oder rufen Sie an. Sie erreichen uns per Mail unter info@fonds-ausstieg.com oder telefonisch unter 030-2332 711 61. Wir unterstützen Sie bei allen Fragen rund um Ihren Ausstieg aus geschlossenen Fonds. Weitere Informationen zu uns finden Sie auch unter www.fonds-ausstieg.com

Aus unserer täglichen Erfahrung: Viele unterschätzen – nach dem Erbfall können die Erben erstmal nicht über einen Fondsanteil verfügen. Ein Fondsanteil muss erst – meistens langwierig und kompliziert – umgeschrieben werden. Lesen Sie dazu gerne unseren Artikel: Geerbter Fondsanteil: Warum kann ich – ohne Umschreibung – nicht darüber verfügen?

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